EUR/USD profitiert von US-Arbeitsmarktschwäche und Fed-Divergenzen – Dollar unter Druck
EUR/USD im Fokus: Schwäche des US-Dollars setzt sich fort
Der Euro hat in der vergangenen Woche gegenüber dem US-Dollar deutlich an Boden gewonnen und erreichte am 9. Juli 2026 ein Niveau von 1,1435. Diese Bewegung ist Ausdruck einer ausgeprägten Schwäche des Greenbacks, die vor allem durch überraschend schwache US-Arbeitsmarktdaten und eine weniger aggressive Haltung der Federal Reserve ausgelöst wurde.
US-Arbeitsmarktdaten dämpfen Fed-Hoffnungen
Am 2. Juli 2026 veröffentlichte das US-Arbeitsministerium den Non-Farm Payrolls Bericht für Juni. Mit nur 57.000 neu geschaffenen Stellen lag die Zahl deutlich unter den Erwartungen von 114.000. Diese Enttäuschung führte zu einer Neubewertung der Zinserwartungen am Markt. Händler sehen nun eine geringere Wahrscheinlichkeit für weitere Zinserhöhungen durch die Fed, was den US-Dollar belastet.
Die FOMC-Protokolle der Juni-Sitzung, die am 8. Juli veröffentlicht wurden, bestätigten diesen Trend. Laut Analysten wie Iliya Kalchev von Nexo's Dispatch „schnitt das Protokoll die extremsten hawkischen Befürchtungen der Märkte“. Fed-Chef Kevin Warsh verfolgt zudem eine rein datenabhängige Kommunikationsstrategie und verzichtet auf traditionelle Forward Guidance, was die Unsicherheit über die künftige Zinspolitik erhöht.
Geopolitische Spannungen und Risikostimmung
Trotz der erneuten Spannungen zwischen den USA und dem Iran am 9. Juli, die kurzfristig zu einem leichten Anstieg des US-Dollars führten, dominierte die Dollar-Schwäche das Bild. Die Aktienmärkte, darunter Nasdaq und S&P 500, zeigten sich robust und stiegen, während der Volatilitätsindex VIX fiel – ein Zeichen für eine wieder aufgeflammte Risikobereitschaft.
Interessanterweise hat sich die Korrelation zwischen dem EUR/USD und Ölpreisen deutlich abgeschwächt, wie Thu Lan Nguyen von der Commerzbank am 9. Juli anmerkte. Das Paar reagierte kaum auf die Iran-Schlagzeilen, was auf eine Entkopplung von geopolitischen Ölpreisrisiken hindeutet.
Technische und fundamentale Perspektiven
Das EUR/USD-Paar zeigte in den letzten Tagen eine moderate Aufwärtsbewegung von 1,1404 auf 1,1435, was einem Kursanstieg von etwa 0,27 % entspricht. Im Vergleich dazu legte das GBP/USD-Paar sogar um 0,36 % zu, während der USD/JPY trotz einer Zinsanhebung der Bank of Japan weiter auf ein 40-Jahres-Hoch von 162,52 stieg.
Diese Divergenz unterstreicht den Einfluss der unterschiedlichen geldpolitischen Rahmenbedingungen. Während die Fed ihre Zinserhöhungen hinterfragt, hält die BoJ an ihrer ultralockeren Politik fest, was den Yen schwächt. Die japanische Regierung steht unter Druck, intervenieren zu müssen, doch bislang testen die Märkte die Entschlossenheit des Finanzministeriums.
Zinsentscheidungen und wichtige Termine im Blick
Die Marktteilnehmer richten nun ihren Fokus auf die kommenden US-Verbraucherpreisdaten (CPI) am 14. Juli 2026 sowie die Veröffentlichung des Beige Books der Fed am 15. Juli. Diese Daten werden entscheidend sein, um die zukünftige Ausrichtung der US-Geldpolitik besser einschätzen zu können.
Die nächste Fed-Sitzung ist für den 28. und 29. Juli angesetzt, während die Europäische Zentralbank am 23. Juli ihre nächste geldpolitische Entscheidung treffen wird. Die EZB steht vor der Herausforderung, die Inflation in der Eurozone zu kontrollieren, ohne die wirtschaftliche Erholung zu gefährden.
FX-Snapshot: Wichtige Majors im Überblick
| Währungspaar | Bid | Ask | Bewegung (letzter Tag) | Signal |
|---|---|---|---|---|
| EUR/USD | 1,1435 | 1,1435 | +0,27 % | Aufwärts |
| GBP/USD | 1,3396 | 1,3396 | +0,36 % | Aufwärts |
| USD/JPY | 162,41 | 162,41 | -0,05 % | Seitwärts/Leicht abwärts |
| USD/CAD | 1,4169 | 1,4169 | -0,11 % | Leicht abwärts |
| AUD/USD | 0,69396 | 0,69396 | +0,23 % | Aufwärts |
Fazit: EUR/USD bleibt anfällig für US-Daten und Fed-Entscheidungen
Die jüngste Erholung des Euro gegenüber dem US-Dollar ist vor allem auf die enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten und eine weniger aggressive Fed-Politik zurückzuführen. Trotz geopolitischer Unsicherheiten bleibt der Dollar unter Druck, was dem EUR/USD-Paar Spielraum für moderate Kursgewinne gibt.
Die kommenden US-Inflationsdaten und die nächste Fed-Sitzung werden entscheidend sein, um die Richtung des Paares für die zweite Juli-Hälfte zu bestimmen. Anleger sollten zudem die EZB-Entscheidung am 23. Juli im Auge behalten, da sie den Euro zusätzlich beeinflussen könnte.
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FAQ zum EUR/USD und der aktuellen Marktlage
Warum hat der US-Dollar trotz geopolitischer Spannungen an Wert verloren?
Die Schwäche des US-Dollars ist vor allem auf enttäuschende Arbeitsmarktdaten und eine weniger aggressive Haltung der Fed zurückzuführen. Obwohl geopolitische Risiken kurzfristig den Dollar als sicheren Hafen stützen, dominieren die fundamentalen US-Daten die Markterwartungen.
Wie beeinflussen die Fed-Protokolle die EUR/USD-Entwicklung?
Die Fed-Protokolle vom Juni zeigten eine geteilte Haltung unter den Entscheidern und weniger hawkische Töne als erwartet. Dies führte zu einer Abschwächung der Zinserwartungen und stärkte den Euro gegenüber dem Dollar.
Welche Rolle spielt die EZB in der aktuellen Euro-Entwicklung?
Die EZB steht vor der Herausforderung, die Inflation zu kontrollieren, ohne die Konjunktur zu bremsen. Ihre geldpolitischen Entscheidungen, insbesondere die Sitzung am 23. Juli, könnten den Euro stark beeinflussen.
Wie wirkt sich die Divergenz zwischen Fed und BoJ auf den Devisenmarkt aus?
Während die Fed ihre Zinspolitik überdenkt, hält die BoJ an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Dies führt zu einer Schwäche des Yen gegenüber dem Dollar, was wiederum den USD/JPY auf ein 40-Jahres-Hoch treibt und die Volatilität im Devisenmarkt erhöht.
Ausblick: Wichtiger Termin für EUR/USD am 14. Juli 2026
Der nächste große Marktkatalysator ist die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisdaten (CPI) am 14. Juli 2026. Diese Daten werden entscheidend sein, um die Inflationserwartungen und damit die künftige Zinspolitik der Fed besser einzuschätzen. Ein überraschend hoher oder niedriger Wert könnte das EUR/USD-Paar deutlich bewegen und die aktuelle Dollar-Schwäche entweder verstärken oder abschwächen.
Marktteilnehmer sollten daher die Veröffentlichung genau beobachten und ihre Positionen entsprechend absichern oder anpassen.
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